DIE ORDNUNG DER TRÄUME. HERMANN NAUMANN (1930–2025)

19.06.2026 — 05.09.2026

DIE ORDNUNG DER TRÄUME. HERMANN NAUMANN (1930–2025)
Hermann Naumann, Große Blüten mit Häusern, 2013, Aquarell

Hermann Naumann (1930–2025) hat in nicht weniger als sieben Jahrzehnten ein umfangreiches und zugleich grandioses Œuvre erarbeitet. Seine in dieser Art seltene universelle Begabung hat in Verbindung mit einer schier unerschöpflichen Schaffenslust und Schaffenskraft ein Lebenswerk entstehen lassen, das in seiner Vielfältigkeit verblüfft. Hermann Naumann prägte in den verschiedenen Kunstgattungen und dort in zahllosen von ihm vereinnahmten, von ihm regelrecht ausgereizten Techniken immer neue und jeweils ihm eigene Ausdrucksformen.

Das Spektrum bildlichen Gestaltens reichte bei ihm von gegenständlich-figürlich-kreatürlich bis hin zu abstrakt- konstruktiv-geometrisch und zwar zu allen Zeiten und in allen Gattungen, in den 1960er Jahren ebenso, wie in den Jahren nach 2000, in der Plastik nicht anders, als in Malerei und Grafik. Stilistisch mäanderte seine Kunst derweil zwischen gegenständlicher Expressivität, Suprematismus, lyrischem Surrealismus und Konstruktivismus. Und doch gelang es ihm nahezu spielerisch leicht, in allen diesen Äußerungen immer erkennbar zu bleiben.

Wir können dieses Œuvre als Ganzes, so kurz nach seinem Tod, weder in seiner Quantität noch in seiner Qualität wirklich überblicken. Was wir heute schon erkennen, sind ein Reichtum an inneren Bildern, eine immer und immer wieder zu kongenialen Nachschöpfungen anregende Liebe zur Literatur, eine förmliche Besessenheit nach handwerklicher Aneignung und Beherrschung künstlerischer Techniken, eine unverkennbare Freude an leuchtenden Farben und musikalisch komponierten Klängen, ein unermüdliches Streben nach Schönheit, eine bis ins hohe Alter anhaltende, fast jungenhaft anmutende Experimentierfreude, daneben auch und nicht zuletzt eine obsessive voyeuristische Erotik.

Wir erinnern an einen großen schillernden Künstler und sein Werk.

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