Wiebke Herrmann „Die Leiden der jungen W.“ – Malerei

Die Künstlerin Wiebke Herrmann gewann 2015 den vom Neuen Sächsischen Kunstverein e.V. ausgelobten SACHSEN_ART Preis für junge Kunst in Sachsen. Sie überzeugte die Jury mit ihrer eigenständigen, malerischen Handschrift, die veristische Anklänge in sich trägt. Es handelt sich um klare, stille, figurative Kompositionen, die vielschichtig angelegt sind, ohne das Erzählerische in den Vordergrund zu rücken. Mit dem Preis verbunden ist eine Personalausstellung im Galerieraum des Neuen Sächsischen Kunstvereins e.V. Die Künstlerin wurde 1987 in Dresden geboren und studiert seit 2009 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, anfangs in der Bildhauerklasse von Wilhelm Mundt, seit 2010 in der Malereiklasse von Christian Macketanz. 2012-2014 war sie Mitglied der studentischen Initiative „10plus10“ und seit 2013 ist sie Mitglied der Werteakademie Gut Gödelitz e.V.; Vertreterin im Bereich Kunst und Kultur. 2015 gewann Wiebke Herrmann die Spiegel online Kunstaktion zur besten Nachwuchskünstlerin deutscher Hochschulen. Die Künstlerin schreibt über sich: „Im Zeitalter hochtechnisierter Kommunikationsmedien, Internetkultur und sozialer Netzwerke betreibe ich Ölmalerei. Meine Bilder entstehen langsam, in der Zeit, die das Material einfordert. Um der täglichen Bilderflut unserer Welt die Stirn zu bieten, banne ich nur wenige ausgewählte Motive auf die Leinwand, darunter Menschen, Tiere, Objekte und Landschaften. Ich setze meine Sujets neu zusammen, trotzdem bleiben sie reduziert. Sie scheinen eher Zitate ihrer selbst zu sein, als tatsächlich bestehende Schöpfungen. Wie viele Malerinnen interessiert mich dabei auch die Diskrepanz zwischen Sichtbarem und Verborgenem. Ebenso ziehen mich Stofflichkeiten an. Die Darstellung von Fell, Textilien, Haut und Haar fordert mich heraus. Das mag altmeisterlich klingen, dennoch male ich zeitgenössisch – farbig, figürlich, glatt und in einer Ästhetik, die sich an meine Generation richtet. Ich filtere die Gegenwart und zeige, was mich in seinen Bann zieht. In der Hoffnung, dass auch andere davon festgehalten werden. Meist gibt es in meinen Bildern ein Element, das nicht realitätskompatibel ist, einen Hintersinn, der von der Abbildung selbst zu einer Erzählung führt. Absichtlich denke ich diese Geschichten nie zu ende. Meine Intention dabei ist – gewollt pathetisch -, dass meine Sujets ihr Geheimnis bewahren, vor mir und vor anderen Betrachtern. Dass sie der Reset-Knopf sind, wenn man sich bei Google mal wieder vom Hundertsten ins Tausendste verloren hat.“