UPDATE/ POST MEMORY Internationale Videokunst mit Blickrichtung Ost

Bis heute, 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, wird die westliche (und globale) Wahrnehmung immer noch von den damaligen Umwälzungen herausgefordert. „Transformationsgebiete“ werden die postkommunistischen Territorien gerne genannt und sie haben oft immer noch den Reiz des Exotischen – bestenfalls, wenn sie nicht für viele Mitteleuropäer überhaupt noch blinde Flecken sind. Bei geopolitischen Erschütterungen jedoch, wie derzeit in der Ukraine, geht unser Blick dann schon mal über die Ränder der Wahrnehmung hinaus. Die Ausstellung UPDATE/ POST MEMORY unterstützt hier mit künstlerischen Kommentaren aus Kroatien und Kasachstan, aus Armenien und Russland.

Dabei beschäftigen sich die aktuellen Videoarbeiten von Martina Wolf, Dalibor Martinis, Leopold Kessler, Ine Lamers oder Almagul Menlibayeva aber auch mit einer seltsamen Paradoxie: Einerseits sind die Erschütterungen und Veränderungen keineswegs abgeschlossen, blickt man auf wechselvolle Prozesse der Demokratiebildung. Auf der anderen Seite legt sich eine Art Erinnerungsindustrie über die jüngere Vergangenheit. Die Kämpfe um Deutungshoheiten sind erbitterter und die Deutungen zunehmend holzschnittartiger geworden. Junge Leute in Krasnojarsk, die im Film begreifen, was Schlangestehen bedeutete; Touristen, die im polnischen Nowa Huta eine Plattenbauwohnung bestaunen; ein Künstler, dessen runder Geburtstag auf den ersehnten EU-Beitritt seiner Heimat Kroatien fällt; ein Schulmädchen, das die Ruinen einer kasachischen Kolchose wie eine Art Zauberland besucht – das sind die Themen der spannenden Videoarbeiten von UPDATE/ POST MEMORY.

UPDATE/ POST MEMORY beschließt 2014 die langjährige Reihe von Videokunst in der Motorenhalle, bei der seit 2008 insgesamt sieben spannende Positionen mit dem Schwerpunkt Osteuropa auftraten. 2014 möchten wir noch einmal schwerpunktmäßig aktuelle Arbeiten aus dem Schaffen dieser Künstler_innen vorstellen.

Kuratorin: Susanne Altmann (Kunsthistorikerin, Dresden)

mit:
Sonia Balassanian (Armenien/USA)
Leopold Kessler (Österreich)
Ine Lamers (Niederlande)
Dalibor Martinis (Kroatien)
Almagul Menlibayeva (Kasachstan)
Nika Oblak & Primoz Novak (Slowenien)
Martina Wolf (Deutschland)

Ausstellungsdauer: 19. Juni bis 19. Juli 2014

In Zusammenarbeit mit der Reihe Videoabend
Kooperationspartner: Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden & Hochschule für Bildende Künste Dresden