U. S. Buchart: Jamaica Inn & out

U. S. Buchart bereitet die Zuckerwatte der bürgerlichen Existenz zu und spart dabei nicht an toxischen Inhaltsstoffen. Ihre popkulturellen und erotischen Motive bauscht sie mit einer wäßrigen Acryltechnik auf, die zunächst einmal in die Irre führen. Gerne stilisiert sie Lebensmittel zu Fetischen, die den möglichen Konsument*innen im Halse stecken bleiben. Genauso passiert es auch mit anderen, mehr visuellen Accessoires, wie den subtil sexualisierten Gartenzwergen ihrer Siebdruckserie „Im Vorgarten der Lust“. Doch so abgründig Bucharts Idyllen auch daherkommen mögen, Humor ist stets Teil des Menüs. Dadurch, so erklärt sie, würden moralische Botschaften subtiler transportiert.
Auf das verdauliche Maß von Gartenzwergen geschrumpft, sozusagen. 

 

Zitat

„Durch den Humor wirken Dinge weniger moralisierend wie in manchen Dystopien und dadurch ist es möglich, die Dinge subtil rüberzubringen. Dicht, prägnant fast journalistisch und gleichzeitig menschlich.“ U. S. Buchart

www.ursulabuchart.de

Eröffnung ab 12 Uhr

17 Uhr: Einführende Worte der Kunsthistorikerin Susanne Magister.

Die Künstlerin selbst steht zwischen 15 und 18 Uhr für Gespräche zur Verfügung.

 

Der von U  S  Buchart gewählte Titel „Jamaica Inn & out“ verweist zuallererst auf den gleichnamigen Film (Jamaica Inn, 1939) des Regisseurs Alfred Hitchcock, in dem eine Bande sinistrer Gesellen mit falschen Signalfeuern Handelsschiffe auf das in Cornwall gelegene Riff locken, um so ihre Ladung zu plündern. Angestiftet und für seine Pläne ausgenutzt durch den ebenso verschlagenen wie dekadenten Adeligen, Sir Humphrey, Lord of Pengallan. So steht auch bei den präsentierten Malereien und Grafiken von Beginn an die Frage im Raum, worauf wir achtgeben sollten, wenn wir von den spannungsgeladenen und farblich üppigen Arrangements von Bucharts Bildern gelockt, verführt und eingeladen werden. Ihre Malerei ist geprägt von einer überzeugenden technischen Raffinesse im Farbauftrag, sodass wir als Betrachter*innen schnell die Orientierung verlieren. Denn schon auf den zweiten Blick offenbart sich die Düsternis, die sich in der ungewohnten Farbtiefe und den scheinbar unschuldigen Motiven verbirgt.

Text: Johannes Scheding