Regulator

Julius Hofmann

…Julius Hofmann illustriert keine ausgedachten Geschichten. Er lässt heraus, was in ihm ist: Zweifel und Ängste, geahnte Gefahren und Bedrohungen, auch das Spiel mit Verführungen, Verwandlungen und Maskeraden. Seine Geschichten entstehen beim Malen, formen sich mit Pinsel und Farbe, auch mit Säge, Cutter, Pappe und Kleister und auf dem Rechner. Sie werden umgedeutet, erweitert, gelöscht – oft schneller, als sie entstanden sind. Julius Hofmann agiert wie ein Filmemacher. Er ist Filmemacher und dabei Schauspieler, Masken- und Bühnenbildner, Kameramann, Schnitt- und Tonmeister und Regisseur in einem. Die Filme, erst wenige, doch schon meisterhaft, sind von beklemmender Dichte, wie auch die Bilder. Die erscheinen wie komprimierte Filme. Dem Betrachter werden Vorgeschichten angedeutet und Ahnungen in das Danach ermöglicht. Wege im dunklen Wald, Gewässer, die von der Nacht verschlungen werden, Schattenreiche hinter Mauern. Sie lassen den jungen Künstler als Spurenleger und Blickverführer erkennen…

Hauptakteur der Bilder und Filme ist ein Mann mit einer Hundemaske. Sie ist Tarnkappe und Schutzhelm zugleich, um Bösewichter zu bekämpfen und mit Gefangenen zu leiden. Mörder kommen vor, doch diese tragen schon das Antlitz des Todes. Weiblichkeit wirkt wie aus Porzellan, und schließlich ist mobile Technik für die Bildwelt des Malers und Figurenbauers unverzichtbar. Hier ist er ganz in seiner Zeit. Doch er ist einer, der die Harmonien des Designers auf den Prüfstand stellt und mit den Grenzwerten zur Zerstörung spielt…

Bernd Sikora

galerie baer
14.09.2013 – 18.10.2013