Novemberkind

Eric Keller

Die auf Holzplatten gemalten Stadtansichten und Landschaften von Eric Keller wirken zeitlos. Ein unterkühltes Filmset, eine andere Welt, in der die wenigen Protagonisten wie in Filmstills erstarrt scheinen. Und in der Tat erzählen Eric Kellers Bilder von Anonymität, Einsamkeit, Kommunikationsarmut, Isolation. Die Stadtansichten verkünden gar die völlige Abwesenheit des Menschen, als ob die Welt still steht. Das Befremdliche, Unnahbare, Unheimliche unterstreicht der Künstler mittels der eingesetzten Farbpalette. Die großflächig aufgetragenen warmen, erdigen Farbtöne kommunizieren von weitem ein vermeintliches Idyll, bei naher Betrachtung scheinen sie sich hinter einer Nebelbank zu verstecken. Das Auge wird schnell auf kleine, aber laute Stellen in Magenta oder Neongrün geleitet, Farben, wie sie in der Natur kaum vorkommen und die daher beim Betrachten ein Frösteln auslösen. Dennoch nehmen einen die dargestellten Situationen gefangen und lassen rätseln, warum man sich dieser künstlichen Welt nicht mehr entziehen kann und will.