Lesung – Norbert Gstrein – „In der freien Welt“

Lesereihe im Neuen Sächsischen Kunstverein e.V. 2016

 

Thema: „Moderne Zeiten und der Mythos der Originalität. Der Künstler im Zeitalter der Reproduzierbarkeit“

 

SONNTAGSMATINEEN. Gespräch mit Autorenlesung

 

20.11.2016, 11:00 Uhr mit Norbert Gstrein – „In der freien Welt“

 

John, amerikanischer Jude und ehemaliger Freiwilliger der israelischen Armee, wird in San Francisco auf offener Straße niedergestochen. Wer war John? Diese Frage stellt sich dem österreichischen Autor Hugo, der um seinen Freund trauert. Auf den Spuren Johns reist er nach Kalifornien, wo sich die beiden vor einem halben Leben kennengelernt haben, und dann nach Israel. Dort findet er sich im jüngsten Gaza-Krieg auf beiden Seiten des Konflikts wieder. „In der freien Welt“ wagt nun die Frage nach unserem heutigen Blick auf jüdische Identität, auf das Fortwirken deutscher Geschichte und die Politik Israels.

 

„In seinen erzählerischen Werken geht Norbert Gstrein stets von der Grundannahme aus, dass man mit Fakten lügen kann und mitunter Fiktionen bemühen muss, um zur Wahrheit vorzustossen. Die persönlichen Bekenntnisse seiner Figuren erweisen sich oft als vorsätzliche Täuschung oder gewohnheitsmässige Selbsttäuschung, die Erfindungen hingegen können mitunter Realität abbilden oder konstituieren.“ Karl-Markus Gauss, NZZ

 

Norbert Gstrein, 1961 geboren, hielt sich nach einem Studium der Mathematik an der Universität Innsbruck für sieben Monate zu weiteren Studien an der Stanford University auf und schloss dies mit seiner Dissertation „Zur Logik der Fragen“ ab. Er erhielt unter anderem den Alfred-Döblin-Preis und den Uwe-Johnson-Preis.