It’s a feeling, M.I.A.

Eröffnung: 03. September, 17 Uhr
Künstlerinnengespräch mit Marie Aly, Isabelle Borges, Anna Leonhardt
kuratorische Begleitung: Nicola Petek

Anfang des Jahres 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie, weltweiter Lockdowns und allgemeiner Verunsicherung, begannen die Künstlerinnen Marie Aly, Isabelle Borges und Anna Leonhardt sich im Rahmen des Kollektiv M.I.A künstlerisch zu vernetzen. In einer Zeit, in der Sprache als Kommunikationsmittel nicht mehr ausreichte, traten sie durch die Kunst in einen nonverbalen Dialog miteinander.

Seite um Seite werden in den seitdem entstandenen Büchern – mittlerweile gibt es sechs davon – Überlegungen untersucht und angepasst, es wird formal experimentiert und inhaltlich kollaboriert, verschiedene Ansätze werden integriert und isoliert. Der schöpferische Wortschatz von Aly, Borges und Leonhardt speist sich in diesem Moment aus den Erfahrungen und Erlebnissen der jeweils anderen.

Das Resultat ist ein lebendiges und organisch gewachsenes Kompendium an Zeichnungen, Collagen, Drucken und Malerei. Dieser alternierende Gedankenfluss liest sich wie eine Manifestation wechselseitigen Vertrauens, er zeugt vom gegenseitigem An-und Abstoßen, von Aktionen, Reaktionen und der wahrhaftigen Entfaltung der eigenen Absichten.

Im Kunstverein Meißen werden die gemeinsam erarbeiteten Zeichnungen nun auf experimentelle Art von den Büchern in die Dreidimensionalität übertragen, installativ in den Raum gespannt und vergrößert auf Wände übersetzt. Die individuellen Bildsprachen und Handschriften der Ästhetik schließen sich zusammen zu einer harmonischen Abfolge unterschiedlichster Arbeiten, die sich gegenseitig aktivieren und aufeinander aufbauen. Dieses „laute Denken“ bildet die Melodie des kollektiven Arbeitens von Aly, Borges und Leonhard.

Nicola E. Petek