In festen Händen – Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst in Kooperation mit der ADKV Ausstellung, Raphaela Vogel, Preisträgerin 2015

In ihren Videoarbeiten eröffnet Raphaela Vogel Spannungsbögen, die den Puls gegenwärtiger künstlerischer Diskurse berühren. Immer wieder geht es dabei um den einzelnen Menschen in seiner öffentlichen Betrachtung sowie um selbstreflexive Wahrnehmungen des – auch sich – Ausstellens. Die Art der Nutzung digitaler Technologien wie Drohnen, Beamer, Action Kameras für die künstlerischen Inhalte, die immer wieder auf das Individuelle zielen, zeigt oder ist eine existenzielle Fragilität. Zudem Kontrolle oder deren Verlust, Ritual oder freie Bewegung, Natur oder Hightech, Hektik oder Ruhe sind in einander verwoben, weit weg von gnostischer schwarz-weiß Malerei. Andererseits spielen gerade diese beiden Tönungen der Welt eine große Rolle in ihren Videos. Diese werden nicht einfach gezeigt, sie werden mit Bauten, die zu ihnen gehöhren, in den Raum hinein installiert. Bewacht quasi von hängenden Bildfellen, teils plastisch im Raum, deren Formen an den früher nebenan gelegenen Schlachthof assoziieren, Geschlechterbeziehungen fragend in den Raum stellend. Und von Löwen, die nicht, wie die Dresdner Wappenfigur, die Tatze nur warnend erhoben halten, die Vogelschen Löwen sind an die Tat gegangen und haben die Schlange unter ihre Pranke genommen.