Alles Jetzt! Aktionskonferenz – Eröffnung

Eröffnung der „Alles Jetzt! Aktionskonferenz“ mit Eric Vogel und Sarah Sigmund.

»Denken heißt Überschreiten« (Ernst Bloch) – Ideologien jedoch versuchen, dies zu verhindern und ihr vorgeblich zeitloses und notwendiges System zu bewahren. Neue Entwürfe und Ideen überschreiten diese Systeme und stellen deren Gegebenheit infrage. Daraus oftmals entstehende Utopien üben naturgemäß einen Sog auf das Denken aus. Wie lassen sich neuerliche Ideologiebildungen und Dystopien verhindern, ohne die Fantasie in womöglich dogmatische Schranken zu verweisen? Das Projekt »Alles Jetzt! – Time, Space and its Contents« widmet sich in drei Ausstellungsblöcken mit jeweils zehn Rahmenveranstaltungen den Ideen und Ideologien der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. (März, Oktober, Dezember 2019) Die dreitägige Aktionskonferenz eröffnet im Februar die Auseinandersetzung mit den Zeit-Räumen und gibt Einblick in die Themen von »Alles Jetzt!«

Durch künstlerische Positionen wird untersucht, wie sich Ideologien und Utopien der Vergangenheit auf gegenwärtige Wertvorstellungen auswirken und wie die Zukunft darin imaginiert wird. Dabei werden die drei Schwerpunktbereiche des Hole of Fame Kunst, Musik, Literatur inhaltlich in die Erforschung des Themas eingebunden sowie der Fokus auf politisch-soziale Themen, die mittels künstlerischer Sprachformen sichtbar werden, weiter ausgebaut.

Ausgehend von der Verortung des Hole of Fame konzentrieren wir uns dabei vor allem auf Dresden, Sachsen und Ost-Deutschland. Die »Wende«, also der gesellschaftspolitische Wandel vom Sozialismus zum Kapitalismus bildet den temporär-räumlichen Knotenpunkt, von dem wir in die Vergangenheit, Gegenwart un Zukunft blicken wollen.

Ausstellungsgestaltung: ARMADA OF ARTS (Künstlerisches Aktionsbündnis)

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„Ein autobiografischer Blick – Zwischen freier Szene und Institution in Ost und West“ von Carena Schlewitt (Intendantin: Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste)

„Es ist mir ein Bedürfnis, mich nochmal mit Umbruchsituationen, mit der DDR, mit Osteuropa zu beschäftigen.“ (Carene Schlewitt im Interview mit dem MDR Kultur)

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Krisen des Daseins: Lebenszeit und Weltzeit. Phänomenologische Betrachtungen zur Zeiterfahrung. Vortrag von Tommy Rülke

Was ist Zeit? Eine Frage, die nicht beantwortet werden kann. Vielleicht sollten wir einfacher fragen, etwa: Was heißt es, die Zeit zu messen; was ist eine Uhr? Darauf wissen wir eine Antwort, denn Uhren sind real, Uhren können wir anfassen, sehen und fühlen. Die Zeit selber sehen wir nicht, doch nehmen wir ihre Wirkung wahr. Die Uhren verbildlichen die Zeit, sie sind kulturelle Werke, sie sind von Menschen geschaffene Dinge, die das Ungetüm der Zeit bändigen sollen, indem sie eine Regelmäßigkeit vorgeben, in Stunden, Minuten und Sekunden.

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Performance: „Erinnernde Körper“

In ihrer Performance setzt sich die Tänzerin Olimpia Scardi damit auseinander wie sich Erlebnisse, Situationen und Bewegungsabläufe in den Körper einschreiben und durch diesen wiedergegeben werden.