Българска работа | Bulgarische Arbeit

eine Ausstellung mit bulgarischen und deutschen Künstlern

Frank Zitzmann
Spartak Yordanov
Voin de Voin
Borjana Ventzislavova
René Trinks
Ralitsa Toneva
Nataliya Todorova
Kamen Stoyanov
Stephan Ruderisch
Elisabeth Rosenthal
Miná Minov
Béatrice Metzmacher
Daniela Kostova
Vikenti Komitski
Nastasja Keller
Alex Lebus
Saeed Foroghi
Nicolás Dupont
Ventzislav Dikov
Marleen Andreev

im geh8 Kunstraum & Ateliers e.V.
Gehestr. 8, 01127 Dresden
www.geh8.de

5.9.-27.9.2014
geöffnet Fr 16-20 Uhr, Sa/So 14-18 Uhr
oder nach Absprache

Vernissage | Fr 5.9.2014 | 17 Uhr

18 Uhr Begrüßung und einleitende Worte der Kuratoren
19 Uhr Performance “LOOSeUROPA”
von Voin de Voin & Nataliya Todorova
21 Uhr Video- & Soundperformance “Macrostation”
von Spartak Yordanov, Ralitsa Toneva & Ventzislav Dikov
ab 22:30 Uhr DJ-Set von Vikenti Komitski

Symposium | Sa 6.9.2014 | 17 Uhr

Ausstellung ist zum Galerienrundgang am 6.9.2014 ab 16 Uhr geöffnet
17 Uhr Performance “LOOSeUROPA”
18 Uhr Symposium mit den Künstlern und der Kuratorin Ilina Koralova
21 Uhr “Macrostation” Video- & Soundperformance
als Symposiumsbeitrag zeigt Elisabeth Rosenthal ihre Performance “Sailor-Single: Carmen-Miranda”

Finissage | Sa 27.9. 2014 | 18 Uhr

Die Ausstellung wird kuratiert von Marleen Andreev & André Obermüller

„Bulgarska Rabota“, zu deutsch: „bulgarische Arbeit“, ist – so neutral es klingen mag – im Bulgarischen ein Sprichwort, das von Bulgaren ironisch auf sich selbst angewandt wird. Und das nicht immer humoristisch. Es beschreibt umgangssprachlich Dinge oder Situationen, die in ihrer eher improvisierten und auf Funktionalität ausgerichteten Machart zwar gut gemeint sind, am Ende jedoch schlicht kurios erscheinen und so als Provisorium interpretiert werden müssen, welches keine lange Lebensdauer vermuten lässt.

Was wir wissen über das Land Bulgarien
Es ist in der medialen Landschaft wohl eher unterrepräsentiert. Und wenn uns ein Einblick gewährt wird, dann durch Schlagzeilen über Armut, fragwürdige Finanzpolitik, Korruption, beängstigende Wortungetüme wie „Armutsmigration“ und aktuell das Machtvakuum nach der Selbstauflösung der Regierung Orescharski.
Und nun eröffnen wir, die Ausstellungsmacher, diese Ausstellung mit einem Schlagwort, das diese Missstände offenbar noch unterstreicht. Wie kommen wir dazu? Und das in Deutschland, dem Land der Perfektionisten.

Wie steht es mit der Kunst im Land?
Hier sollen natürlich hier keine Vorurteile geschürt werden. Diese Einleitung will – auch wenn es erstmal anders scheint – einer medienbasierten Praxis der Meinungsbildung und der leichtfertigen Akzeptanz eines Stigmas entgegenwirken, das so schlicht nicht mehr haltbar, geschweige denn zeitgemäß ist. Der Fokus liegt auf jenen Lesarten von „bulgarischer Arbeit“, die eine kritische und nachhaltige Meinungsbildung ermöglichen. Nicht nur in Bezug auf Bulgarien selbst.
Wer sich die jungen Künstler des Landes genauer anschaut, erkennt schnell, dass es sich keineswegs um halbgare oder maximal „gut gemeinte“ Ansätze handelt. Es sind präzise, selbstbewusste, bestechend ehrliche und vorwärts gerichtete Positionen, die ein tiefes Bewusstsein für die eigene Kultur und dessen Verortung im internationalen Kontext ausstrahlen. Die für den kulturellen Austausch positive Konsequenz ist die offensichtliche Notwendigkeit, die physischen Grenzen zu überwinden und im Ausland tätig zu sein. Eindeutig negativ wird sie, wenn man die Abwanderung von Künstlern aus dem Land betrachtet. „Bulgarische Arbeit“ im sprichwörtlichen Sinne kann nach der Auseinandersetzung mit der jungen Szene des Landes nicht mehr nur auf das im Wort enthaltene Land Bulgarien bezogen werden.
„Bulgarische Arbeit“ meint die Fähigkeit zur konstruktiven Selbstkritik, der Fokussierung eigener Unfähigkeiten und Ursachenforschung und schwebt als Sinnbild für bittere Kritik an politischem Kalkül, hierarchischer Systemzeichnung, selektiver Selbstwahrnehmung aber eben auch für das Potenzial des Dialogs über allen internationalen Beziehungen.

Bulgarische Arbeit in Dresden
Die Ausstellung will einen Übersetzungsversuch von „bulgarischer Arbeit“ wagen: Dresdner Künstler werden sich dieser Thematik annähern und einen Beitrag leisten. Nicht in Form eines Exponats in der Ausstellung, sondern vielmehr konzeptionell. Der für die Ausstellung konzipierte Katalog wird diese Arbeiten bzw. Arbeitsentwürfe ergänzend aufnehmen und mit den Arbeiten der bulgarischen Künstler in Beziehung setzen.
Im Symposium am Tag nach der Eröffnung werden die Themen in Anwesenheit der Künstler besprochen. Auch dazu laden wir sie herzlich ein.

Das Projekt wird gefördert von:
ifa – Institut für Auslandsbeziehungen
Landeshauptstadt Dresden, Amt für Denkmalschutz
Kulturstiftung des Freitsaates Sachsen

und unterstützt von
Deutsch-Bulgarische Gesellschaft Dresden e.V.